Pressverbindungen entstehen durch das Fügen von Welle und Nabe mit einer Übermaßpassung.
Infolge des Übermaßes wird die Nabe elastisch aufgeweitet und die Welle zusammengedrückt.
Dadurch wird eine Flächenpressung in den Reibflächen erzeugt, welche gut zur Übertragung großer und wechselnder Momente geeignet ist.
Man unterscheidet nach Art des Fügens Längspressverbände und Querpressverbände.
Die zu fügenden Teile werden durch axiales Aufpressen in kaltem Zustand verbunden.
Beim Fügevorgang ist zu berücksichtigen, dass die Flächen geglättet werden.
Schrumpfpressverband
Das Außenteil wird durch Erwärmung soweit gedehnt, bis es sich leicht auf das Innenteil schieben lässt.
Beim Erkalten schrumpft das Außenteil und presst sich auf das Innenteil.
Dehnpressverband
Das Innenteil wird durch Unterkühlen mittels Trockeneis (bis -70°C) oder flüssigen Stickstoffs (bis - 196°C) unterkühlt bis es sich leicht
in das Außenteil schieben lässt.
Ölpressverband
In die leicht kegelige Fuge (Kegelwinkel 1...3°) wird durch Bohrungen in Welle oder Nabe Drucköl gepumpt.
Die Nabe kann dabei axial verschoben werden bis die Aufweitung gleich dem gewünschten Übermaß ist.
Nach Ablassen des Öls pressen sich die beiden Fügeteile ineinander.
Dieses Verfahren kann auch zum Lösen zylindrischer Passflächen verwendet werden.
Bei der Auslegung soll die Passung zwischen Welle und Nabe so bestimmt werden, dass beim kleinsten Übermaß noch das Drehmoment oder Axialkraft
übertragen werden kann.
Beim größten Übermaß, das Bauteil nicht über die zulässige Spannung beansprucht wird.
Die Berechnung ist wie folgt vorzunehmen:
- Berechnung der minimalen Pressung in der Trennfuge um das die Belastung sicher zu übertragen.
- Berechnung der maximalen Pressung in der Trennfuge bei zulässiger Spannung in der Nabe oder Welle
- Berechnung des min. und max. Haftmaßes aus der min. und max. Pressung
- Berechnung der Passungstoleranz
- Festlegung der Passungen für Nabe und Welle
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Belastung der Trennfuge
Die gegebene Tangentialkraft am Nabenaussendurchmesser oder das Drehmoment ist in die Umfangskraft in der Pressfuge umzurechnen.
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F u = Umfangskraft in der Pressfuge (N)
F t = Tangentialkraft am Nabenaussendurchmesser (N) D a = Außendurchmesser (mm) D f = Fugendurchmesser (mm) |
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F u = Umfangskraft in der Pressfuge (N)
M t = Drehmoment (Nmm) D f = Fugendurchmesser (mm) |
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F u,res = Resultierende Umfangskraft in der Pressfuge (N)
F ax = Axialkraft (N) M t = Drehmoment (Nmm) D f = Fugendurchmesser (mm) |
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Berechnung minimales Übermaß
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p min = Mindest Pressung (N/mm²)
F res = Result. Umfangskraft in der Pressfuge (N) S R = Rutschsicherheit (-) μ = Haftreibwert in der Pressfuge (-) D f = Fugendurchmesser (mm) L f = Fugenlänge (mm) |
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Q N = Durchmesserverhältnis Nabe (-)
Q W = Durchmesserverhältnis Welle (-) D a = Außendurchmesser (mm) D f = Fugendurchmesser (mm) D i = Innendurchmesser (mm) K N = Nachgiebigkeitskonstante Nabe (-) K W = Nachgiebigkeitskonstante Welle (-) K = Gesamt-Nachgiebigkeitskonstante (-) ν N = Querzahl Nabe (-) ν W = Querzahl Welle (-) E N = E-Modul Nabe (N/mm2) E W = E-Modul Welle (N/mm2) |
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Das Haftmaß ist das Übermaß, das sich nach dem Fügen von Welle und Nabe einstellt. Nicht zu verwechseln mit dem Übermaß, das sich nach der Fertigung der Teile ergibt
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Z min = Minimales Haftmaß (mm)
p min = min. Pressung (N/mm2) D f = Fugendurchmesser (mm) K = Gesamt-Nachgiebigkeitskonstante (-) |
Beim Fügen der Teile wird die Oberflächenrauigkeit der Teile teilweise geglättet.
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G = Glättung (mm)
R z,N = Rautiefe Nabe (mm) R z,W = Rautiefe Welle (mm) |
Erzielbare Rautiefen bei verschiedenen Fertigungsverfahren
Das minimale Übermaß ist das Maß, welches bei der Passungsauswahl nicht unterschritten werden darf, um die max. Belastung zu übertragen.
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U min = min. Übermaß (mm)
Z min =min. Haftmaß (mm) G = Glättung (mm) |
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Berechnung maximales Übermaß
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p max,N = max. Pressung bei max. Nabenspannung (N/mm2)
σ max,N =zul. Spannung in der Nabe (N/mm2) R p,0.2 = Streckgrenze des Nabenwerkstoffs (N/mm²) S F = Sicherheit gegen Fließen (-) |
Anhaltswerte für die Sicherheitswerte
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p max,N = max. Pressung bei max. Wellenspannung (N/mm2)
σ max,W =zul. Spannung in der Welle (N/mm2) R p,0.2 = Streckgrenze des Wellenwerkstoffs (N/mm²) S F = Sicherheit gegen Fließen (-) |
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p max = max. Pressung für weitere Berechnung (N/mm2)
p max,N = max. Pressung bei max. Nabenspannung (N/mm2) p max,W = max. Pressung bei max. Wellenspannung (N/mm2) |
Max wegen kleinsten negativen Werts.
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Das Haftmaß ist das Übermaß, das sich nach dem Fügen von Welle und Nabe einstellt. Nicht zu verwechseln mit dem Übermaß, das sich nach der Fertigung der Teile ergibt
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Z max = Maximales Haftmaß (mm)
p max = max. Pressung (N/mm2) D f = Fugendurchmesser (mm) K = Gesamt-Nachgiebigkeitskonstante (-) |
Das maximale Übermaß ist das Maß, welches bei der Passungsauswahl nicht überschritten werden darf, um die max. Spannungen nicht zu überschreiten.
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U max = max. Übermaß (mm)
Z max =max. Haftmaß (mm) G = Glättung (mm) |
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P T = Theoretische Passungstoleranz (mm)
Ü max = max. Übermaß (mm) Ü min = min. Übermaß (mm) |
Die Passung ist so zu wählen,
dass das Kleinst-Übermaß Uk größer ist als das mindestens erforderliche Übermaß Ümin Uk => Ümin
und das Größt-Übermaß Ug kleiner ist als das größte zulässige Übermaß Ümax Ug <= Ümax.
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Berechnung einer Pressverbindung bei gegebenen Passungen
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p min = min. Pressung (N/mm2)
p max = max. Pressung (N/mm2) U k = kleinstes Passungs-Übermaß (mm) U g = größtes Passungs-Übermaß (mm) G = Glättung (mm) D f = Fugendurchmesser (mm) K = Gesamt-Nachgiebigkeitskonstante (-) |
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σ v,f,N = Vergleichsspannung im Nabenfugendurchmesser (N/mm²)
S F,N = Sicherheit der Nabe gegen Fließen (-) R p,N = Streckgrenze der Nabe (N/mm²) |
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σ v,f,W = Vergleichsspannung im Wellenfugendurchmesser (N/mm²)
σ v,i,W = Vergleichsspannung im Welleninnendurchmesser (N/mm²) S F,W = Sicherheit der Welle gegen Fließen (-) R p,W = Streckgrenze der Welle (N/mm²) |
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F Einpress = Axiale Einpresskraft (N)
p = Pressung Trennfuge (N/mm²) D f = Fugendurchmesser (mm) L f = Fugenlänge (mm) μ = Gleitreibwert (-) |
Haftreibwerte verschiedener Werkstoffpaarungen
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M t = Drehmoment (Nmm)
p = Pressung Trennfuge (N/mm²) D f = Fugendurchmesser (mm) L f = Fugenlänge (mm) μ = Haftreibwert (-) |
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S R = Sicherheit gegen Rutschen (-)
p min = min. Pressung (N/mm²) D f = Fugendurchmesser (mm) L f = Fugenlänge (mm) μ = Haftreibwert (-) F res = Resultierende Belastung (N) |
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Δt = Erwärmung/Abkühlung (°C)
U max = max. Übermaß (mm) U f = Fügespiel (mm) t Luft = Temperatur Umgebungsluft (°C) α N = Ausdehnungskoeffizient Nabe (1/°C) α W = Ausdehnungskoeffizient Welle (1/°C) - negativer Wert D f = Fugendurchmesser (mm) |
Ausdehnungskoeffizienten verschiedener Werkstoffe beim Erwärmen und Abkühlen
Bei der Erwärmung der Nabe dürfen bestimmte Temperaturen nicht überschritten werden, damit die Festigkeitwerte des Werkstoffes nicht beeinflusst werden.
Max. Fügetemperaturen bei Erwärmung der Nabe
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Spannungen und Dehnungen in der Pressfuge
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Formelzeichen für die Spannungsangaben

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ΔD a,N = Dehnung Nabenaußendurchmesser (mm)
ΔD f,N = Dehnung Nabenfugendurchmesser (mm) ΔD f,W = Dehnung Wellenfugendurchmesser (mm) ΔD i,W = Dehnung Welleninnendurchmesser (mm) p = Pressung Trennfuge (N/mm²) D a = Außendurchmesser (mm) D f = Fugendurchmesser (mm) D i = Innendurchmesser (mm) ν N = Querzahl Nabe (-) ν W = Querzahl Welle (-) E N = E-Modul Nabe (N/mm2) E W = E-Modul Welle (N/mm2) |
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