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Update:  17.10.2011

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Lagerungstechnik - Gummikenndaten

Seitenübersicht:
- Schubmodul (G-Modul)
- Elastizitätsmodul
- Zulässige Spannungen
- Setzen bzw. Kriechen von elastischen Lagerelementen
- Änderung der Federrate bei Änderung der Shorehärte
- Versteifungsfaktor der Federrate bei dynamischer Beanspruchung
- Eigenschaften von Elastomerwerkstoffen

Schubmodul (G-Modul)

Die wichtigste Größe zur rechnerischen Bestimmung von Gummifedern ist der Schubmodul G [1]. Er ist nicht von der Konstruktionsform abhängig, sondern nur vom Werkstoff Gummi.

Schubmodul

Berechnung des Schubmoduls

Shore-Härte (Sh)
Schubmodul (N/mm²)
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Elastizitätsmodul

Der Elastizitätsmodul besitzt zum Schubmodul die aus der Festigkeitslehre grundsätzliche Beziehung E = 3 * G. Dies trifft nicht bei gebundenen Gummifedern zu. Durch das Anvulkanisieren vom Gummi an die Stahlplatte verändert sich die Querdehnungszahl (Poissonsche Konstante) und unterliegt einer Abhängigkeit zwischen der gebundenen Fläche Ag (vulkanisierte Fläche) und der feien Fläche Ao (Außenfläche in Axialrichtung). Der sogenannte Formkennwert Kf trägt diesem Verhältnis Rechnung. Es wurde festgestellt, dass druckbeanspruchte gebundene Gummifedern mit gleichem Formkennwert etwa denselben rechnerischen Elastizitätsmodul Er aufweisen. Somit ist es möglich, einen vom Formkennwert Kf abhängigen Formfaktor K einzuführen [2], der es gestattet, den Elastizitätsmodul rechnerisch zu bestimmen.

Formfaktor K f = Formkennwert (-)
A g = gebundene Druckfläche (mm²)
A o = freie Fläche (mm2)
d   = Gummi Außendurchmesser (mm)
l   = Länge Gummiquader (mm)
b   = Breite Gummiquader (mm)
h   = Höhe Gummipaket (mm)
E r = rechnerischer E-Modul (N/mm²)
K   = Formfaktor (-) siehe Diagramm
G   = G-Modul (N/mm²)
Formfaktor

Berechnung des Formfaktors K und des rechnerischen E-Moduls

Kreisquerschnitt

Shore-Härte (Sh) Druckbeanspruchung Zylinder
Durchmesser d (mm)
Höhe h (mm)
Formkennwert Kf (-)
Formfaktor K (-)
rechnerischer E-Modul Er (N/mm²)

Quaderquerschnitt

Shore-Härte (Sh) Druckbeanspruchung Quader
Länge l (mm)
Breite b (mm)
Höhe h (mm)
Formkennwert Kf (-)
Formfaktor K (-)
rechnerischer E-Modul Er (N/mm²)
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Zulässige Spannungen

Als Richtwerte können die folgenden Werte für die zulässige Spannung angesehen werden. Die Werte sind für alle Elastomer-Arten gültig.
Dauernde statische Zugkräfte sind zu vermeiden.

Bei Druckbeanspruchung ist die Gummi-Härte maßgebend für die zul. Druckspannung:

Shorehärte (Sh)4050-6070
zul. Druckspannung (N/mm²)0,4 - 0,50,8 - 1,01,0 - 1,5

Zulässige Spannungswerte für weitere Belastungsarten:

 zul. Spannung (N/mm²)
Belastungsart statisch dynamisch
(10 Hz)
Stoß
Schub 0,2 ± 0,050 0,6
Zug - - 1,5
Drehschub 0,3 ± 0,075 0,5
Druck-Schub 45° 0,5 ± 0,125 2,0
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Setzen bzw. Kriechen von elastischen Lagerelementen

Bei Elastomer-Werkstoffen nimmt der Federweg bei ständiger statischer Belastung zu. Diese zusätzliche Verformung wird als "Setzen" oder "Kriechen" bezeichnet. Das Kriechen ist abhängig von der Federrate, von der Härte des Werkstoffes und von der Gummimischung. Das Kriechen verläuft für eine lineare Federcharakteristik bei konstanter Temperatur linear proportional zum Logarithmus der Zeit. Es ist unabhängig von der Belastungsart (Druck, Schub).

Kriechen Lagerelement Formel D s = Federwegzunahme (mm)
K = Kriechwert (-) 
s 6 = Federweg nach 6 s unter statischer Last (mm)
n = Anzahl der Zeitdekaden (-) 

Kriechwerte

Elastomerhärte
Shore A
Natur-Kautschuk NR Chloropren-Kautschuk CR Nitril-Kautschuk NBR
40 0,02 0,04 0,04
55 0,03 0,05 0,04
65 0,04 0,05 0,05

Im folgenden Diagramm ist dargestellt, das Setzen bzw. Kriechen von elastischen Lagerelemente in Abhängigkeit der Zeit bei einer Anfangseinfederung von s6 = 4 mm.

Die durch das Kriechen verursachte geringfügige Federwegzunahme kann in der Praxis meist vernachlässigt werden. Lediglich bei der Lagerung von Aggregaten, deren Wellen große Fluchtgenauigkeit erfordern und deren treibende und getriebene Einheit nicht auf einem gemeinsamen Fundament montiert sind, muss die zeitabhängige Federwegzunahme berücksichtigt werden. Da aber die Federwegzunahme für eine angenommene Standzeit von ca. 20 Jahren bereits nach 24 h Belastungszeit den halben Wert erreicht hat, kann das endgültige Ausrichten nach 1-2 Tage erfolgen unter Berücksichtigung der späteren zusätzlichen Einfederung.

Kriechweg Lagerelement Diagramm
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Änderung der Federrate bei Änderung der Shorehärte

Diese Werte sind nur Anhaltswerte. Werte sind nur gültig im Bereich von 40 - 75 Shore.

Shorehärte umrechnen Formel C neu = neue Federrate (N/mm)
C nom = nominale Federrate (N/mm)
x = Umrechnungsfaktor (-) 
Differenz der Shorehärten 5 10 15 20 25 30
Umrechnungsfaktor x 1,22 1,49 1,82 2,22 2,71 3,32

Versteifungsfaktor der Federrate bei dynamischer Beanspruchung

Elastomer Lagerelemente weisen bei dynamischer Beanspruchung abweichende Federeigenschaften gegenüber Werten aus quasistatischen Federkennlinien auf. Die Federrate ist abhängig von der Verformungsgeschwindigkeit und der Wegamplitude. Während die geschwindigkeitsabhängige Versteifung der Federrate wegen Geringfügigkeit vernachlässigt werden kann, sollte die amplitudenabhängige Versteifung bei der Betrachtung körperschalldämmender Maßnahmen berücksichtigt werden.

Shorhärte A 40 45 50 55 60 65 70
Versteifungsfaktor für
Amplitude s0 = 0,5 mm
1,18 1,20 1,24 1,27 1,29 1,31 1,32
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Eigenschaften von Elastomerwerkstoffen

WerkstoffNRIRSBRBRIIREPDM NBRCRAU, EUMVQFQFKM PUR
Zerreißfestigkeit
unverstärkt
152645 532665 1
Zerreißfestigkeit
verstärkt
122433 221443 -
Bruchdehnung 112323 222443 2
Rückprallelastizität 223163 333335 2
Abriebwiderstand 222133 221554 1
Einreißfestigkeit 223533 323663 1
elektr. Durchgangs-
widerstand
112222 433114 2
Heißluft
Temperaturber. °C
+90+90+100+100+140+150 +130+120+120+200+200+200 +80
Kälte
Temperaturber. °C
-50-40-40-60-40-40 -40-30-20-80-80-25 -35
Alkalienbeständigkeit 333322 325541 6
Alterungsbeständigkeit 333321 322111 1
Benzinbeständigkeit 664565 121511 2
Heißes Wasser 332312 325542 6
Ozonbeständigkeit 444321 322111 1
Öl- u. Fettbeständigkeit 665664 124444 2
Säurebeständigkeit 333321 435542 6
 1   ausgezeichnet    2   sehr gut    3   gut    4   mäßig    5   gering    6   ungenügend  
 PolymerHandelsnamen
NRNaturkautschuk 
IRIsoprenkautschukNatsyn, Criflex IR
SBRStyrol-Butadien-KautschukBuna Hüls
BRButadien-KautschukBuna CB
IIRButyl-KautschukPolysar Butyl, Esso-Butyl
EPDMEthylen-Propylendien-KautschukKeltan, Buna AP, Dutral
NBRAcrylnitril-Butadien-KautschukPerbunan, Polysar-Krynac
CRChloropren-KautschukBaypren, Neoprene
AU, EUPolyurethan-KautschukUrepan, Adipene C
MVQSilicon-KautschukSilopren
FQFlior-Silicon_KautschukSilastic
FKMFluorkatschukViton, Fluorel, Tecnoflon
PURPolyurethanVulkollan

Literatur:
[1] Dubbel Aufl. 21
[2] Göbel - Gummifeder - Berechnung und Gestaltung

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